Die Heimatstube wurde von den ehemaligen Einwohnern und Einwohnerinnen aus Wernersreuth (heute Vernéřov bei Asch/Aš) die sich im Heimatverein organisierten, eingerichtet. Wernersreuth befindet sich im egerländer „Ascher Zipfel“ zwischen Sachsen und Bayern. Der Standort Marktbreit in Mainfranken ist Patenstadt des Heimatvereines.
Nach der Vertreibung 1946 bzw. der Flucht in den darauffolgenden Jahren (1948) waren die ehemaligen Einwohner aus Wernersreuth über ganz Deutschland verstreut. Die ersten Wiedersehenstreffen fanden im Rahmen des Ascher Heimatverbandes statt. Zunächst fanden die ehemaligen Wernersreuther 1982 in einer „Heimatgruppe Wernersreuth“ im Ascher Heimatverband zusammen. Im Laufe der Jahre wuchs der Wunsch nach einem eigenständigen Heimatverein, der dann auch 1994 gegründet wurde. Sitz des Vereines war und ist die mainfränkische Stadt Markbreit, die auch die Patenschaft übernahm. Nach dem Vorbild von Haslau wurde bald auch die Gründung einer Heimatstube diskutiert. Mit Unterstützung der Patenstadt Marktbreit konnte 1991 eine kleine Heimatstube im städtischen Museum „Malerwinkelhaus“ eingeweiht werden. Im Sommer 1995 stellte die Stadt Marktbreit dann neue Räume in der Bachgasse 19 (Zugang über Kapellensteige) zur Verfügung.
Heimatstube mit Blick auf Marktbreit
Im Fenster über der Treppe das Wappen des Wernersreuther Heimatverein:
Fruchtschweren Getreidehalmen liegt der Hammer des Bergmanns auf. Die letzte Phase geschichtlicher Entwicklung bringt das kleine Weberschiffchen in Erinnerung. Links auf dem Wappenschild - wie könnte es anders sein - wird der mühlenreichen Elster gehuldigt.
In den auf zwei Etagen verteilten Räumen findet sich ein Relief, eine Art Luftbild von Wernersreuth, ein Ortsplan an der Wand hilft, Wege und Brücken zu überschreiten, Häuser zu suchen, die heute nicht mehr sind.
Ledergebundene Bücher: Die Heilige Schrift und ein Gesang- und Gebetbuch. Daneben eine Bodenfliese aus der Ascher Kirche (abgebrannt 1960).
Der Mittelteil ist den "Gowers-Musikanten" gewidmet. "Gowers" ist der dörfliche Hausname für Gustav Künzel, einem Weber, der zum Begründer einer weitbekannten Schrammel-Gruppe wurde: "A Echalanda Löid gäiht mir durchs ganza Gmöit". Unter Glas ruht hier die Zither von Gowers.
Die „Gowers‐Schrammel“ (links).
Trachtenhaube aus dem Kreis Asch (überreicht von Anni Plackner, SL)
Auch Trachten, Bilder vom Ascher Bismarckturm auf dem Hainberg und
viele Bilddokumente des dörflichen Lebens und der Vereine sind
ausgestellt.
(Text: Dietmar Böhm)
Spulrad, gefunden und gestiftet von einem tschechischen Neubewohner.
Tauf‐ und Trauscheine
Bei den Beständen handelt es sich um Familienurkunden aus der Habsburger Zeit, der ersten Tschechischen Republik und der Nachkriegszeit (Vertreibung). Zu sehen sind Alltagsgegenstände, Einrichtungen, Bilder, Landkarten, Musikinstrumente, Geschirr, Bücher sowie Dokumentationen.
Aktualisiert: 03.02.2025
Quellen: Informationen des Wernersreuther Heimatverein e.V. am 31. Januar 2025.
Fotografien: Marion und Dietmar Böhm und Wernersreuther Heimatverein e.V.